Startkontingent

Jeder Teilnehmer bekommt ein maßgeschneidertes Startkontingent für die Herausgabe von Spreeblüten. Das Startkontingent errechnet sich aus dem Anteil der regionalen Ausgaben an den monatlichen Gesamtausgaben und der durchschnittlichen Akzeptanzquote für Spreeblüten bei den regionalen Geschäftspartnern, multipliziert mit dem Umlauffaktor. Weiter unten wird die Berechnungsformel näher erläutert.

Startkontingent = Monatsumsatz x Regionalausgaben

         x Akzeptanzquote der Partner x Umlauffaktor

Die Tabelle zeigt einige Beispiele, wie hoch das Startkontingent für Teilnehmer unterschiedlicher Größe aussehen könnte.

Unter-
nehmens-
größe
Umsatz
pro
Monat
Regio-
nalaus-
gaben
Akzeptanz
bei
Partnern
Um-
lauf-
faktor
Start-
kontin-
gent
Private 100 100% 50% 2 100
Kleinunt. 1.000 50% 50% 2 500
1-3 MA 10.000 30% 20% 2 1.200
4-20 MA 100.000 10% 20% 2 4.000

Erläuterungen zur Kontingent-Formel

Umsatz

Die Basisgröße zur Berechnung des Kontingents ist der durchschnittliche monatliche Umsatz, den ein Teilnehmer zum aktuellen Zeitpunkt bzw. im letzten Quartal realisiert hat. Wer viel Umsatz hat, braucht auch viel Geld zur Abwicklung dieser Transaktionen. Die Spreeblüte soll ein Zahlungsmittel sein, das einen Teil dieses Umsatzes ermöglicht.

Die Tabelle zeigt exemplarisch die Umsätze einer Privatperson und von drei verschieden großen Unternehmen. Je größer ein Unternehmen ist, desto mehr Spreeblüten wird es i.d.R. auch bekommen. Das Startkontingent entspricht allerdings nicht 1:1 dem Umsatz, denn es kommen noch andere - degressiv wirkende - Faktoren hinzu.

Regionalausgaben

Da die Spreeblüte ein regionales Zahlungsmittel ist, können Zahlungen über die Grenzen der Region hinaus nicht mit Spreeblüten geleistet werden. Es zählt also, wie hoch der regionale Anteil an den Ausgaben ist. Kleinere Unternehmen haben meist einen relativ hohen Regionalanteil, wie das Beispiel in der Tabelle zeigt. Große Unternehmen sind oft stärker überregional engagiert. Für Private nehmen wir hier an, dass sie quasi alle Leistungen vor Ort erbringen können.

Akzeptanzquote der Partner

Die geografische Einschränkung muss aber ergänzt werden durch die Annahmebereitschaft bei den Handelspartnern. Nicht alle regionalen Umsätze werden auch in Spreeblüten abgewickelt werden können, denn nur ein Teil der Partner kann oder will Spreeblüten akzeptieren, vielleicht auch nur anteilig. Und einige Ausgaben werden sowieso nur in Euro möglich sein, z.B. Steuern, Sozialversicherungen und wohl auch die Miete für die Geschäftsräume.

Jeder Teilnehmer muss für sich selbst abschätzen, wie hoch die Akzeptanz bei den Handelspartnern ist. Auch hier nehmen wir an, dass die Annahme von Spreeblüten mit zunehmender Unternehmensgröße sinkt. Größere Unternehmen werden tendenziell weniger regional einkaufen als kleinere und auch eher mit größeren Partnern handeln, die selbst auch überregionaler aktiv sind und daher weniger Spreeblüten akzeptieren.

Umlauffaktor

Historische Untersuchungen von Komplementärwährungen haben gezeigt, dass es nach der Ausgabe des Alternativgeldes oft eine Weile dauert, bis das Geld wieder zu den Personen bzw. Unternehmen zurückfließt, die es herausgegeben haben. Oft waren das zwei bis drei Monate, bis der Emittent „seine“ Scheine wieder in der Hand hatte.

Es erscheint uns deshalb ratsam, einen Faktor für den Scheinumlauf mit in die Formel zu nehmen, den wir vorerst auf 2 festsetzen. Später kann er ggf. angepasst werden. Jedenfalls soll so sichergestellt werden, dass es nicht zu Engpässen beim Bezahlen kommt und der Handel auch ordentlich floriert.